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Telefonieren über das Internet -
eine interessante Sache!
Sprache über das Internet (Voice over IP), kurz
VoIP, die Telefonie der Zukunft, mit der unter Verwendung einer Webcam auch
Videotelefonie realisiert wird.
Zumindest seit der CeBIT 2005 ist klar: VoIP hat
gute Chancen, die Festnetztelefonie abzulösen. Durch schnellere Übertragungsraten
und Breitbandanschlüsse kommen immer mehr Anbieter mit neuen Angeboten auf den
Markt.
Was genau ist diese neue Technik und welches Potenzial hat sie? Alte
Branchenhasen philosophieren darüber, ob es sich um eine Revolution oder
Evolution auf dem Kommunikationsmarkt handelt. Viele potentielle Nutzer hingegen
wissen noch kaum, worum genau es dabei geht.
Zum Ersten: Wirtschaftlichkeit durch sparsame Sprachübertragung
Internet-Telefonie meint eine Technik der Sprachübertragung in Echtzeit über
eine Datenleitung. Statt analoger Signale wie bei der herkömmlichen
Festnetz-Telefonie werden dabei die akustischen Informationen in digitale
Datenpakete gewandelt und über den Internet-Anschluss gesandt. Die Vermittlung
wird flexibler und es wird weniger Leitungskapazität gebraucht, weil die Daten
komprimiert werden.
Zum Zweiten: Gespräche häppchenweise
Im normalen Festnetz muss für jedes Telefonat eine separate Verbindung aufgebaut
und für die komplette Gesprächsdauer fest reserviert werden, gleich ob viel
geredet oder lange geschwiegen wird.
VoIP ist da sparsamer und vielseitiger. Dieselbe
Leitung kann neben den kleinen Datenpaketen des einen Gesprächs noch weitere
Gespräche oder auch andere Daten transportieren. Beispielsweise Mails,
Web-Inhalte oder was sich sonst noch in kleine IP-Pakete packen lässt. Dank der
steigenden Bandbreiten ist inzwischen auch die Übertragungsqualität gut. Die in
IP-Netzen mögliche Zeitverzögerung war früher für Telefon-Gespräche oft
problematisch. Teilweise entstand Schall und manchmal fehlten sogar
Übertragungsteile. Das Session Initiation Protocol (SIP), bei VoIP-Diensten im
Einsatz, basiert auf dem Internetprotokoll und minimiert diese Verzögerung auf
ein akzeptables Maß.
Zum Dritten: Telefon bleibt Telefon
Die Technik in der VoIP-Entwicklung hat zu Geräten geführt, die dem Komfort
eines "normalen" Telefons in nichts nachstehen. So ermöglichen spezielle Router
die weitere Nutzung analoger oder ISDN-Geräte. Daneben gibt es IP-Telefonmodelle
für die direkte Nutzung an der Internetleitung, wie auch Telefonsoftware für den
PC mit der über USB-Headset oder Telefon der PC als VoIP Telefon genutzt werden
kann. Darüber hinaus bieten viele Provider ihren Kunden inzwischen eine richtige
Festnetznummer an, mit der sie überall erreichbar sind und extra Services, die
einem ISDN-Anschluss in nichts nachstehen.
Voraussetzungen: Ein VoIP-Provider (meist DSL-Anschluß erforderlich), eine VoIP-Box, an der analoge
Telefone, ein ISDN-Telefon oder eine ISDN-Telefonanlage angeschlossen werden
kann. Einige dieser Boxen kommunizieren auch mit mobilen Stationen. Ein ständig
eingeschalteter Rechner ist bei dieser Lösung nicht erforderlich, höchstens
einmal zur Konfiguration.
Oder ein Rechner mit Soundkarte / Soundhardware am Motherboard, am besten ein Headset mit Kopfhörer und Mikrofon -
geringste Störungen - alternativ Lautsprecher und Mikrofon. Es gibt auch
drahtlose Headsets, die mit einem kleinen Sender/Empfänger an einen USB-Anschluß
gesteckt werden. Mit der Softwarelösung kann man zwar schon mit ISDN oder
gar mit einem analogen Modem Gespräche führen, aber aufgrund der gegenüber DSL
geringeren Datenrate leidet darunter die Sprachqualität. Will man das Gespräch mit
zugeschalteter Webcam führen, sollte man wegen des dabei anfallenden wesentlich
größerem Datenvolumens schon eine DSL-Leitung besitzen. Bei Modem und
ISDN-Verbindungen wirken bewegte Bilder schon recht unruhig. Selbst bei DSL ist
für Taubstumme mit ihrer Gebärdensprache je nach Netzanbindung und Belastung
Videotelefonie gewöhnungsbedürftig.
Außer einem Partner, der genau wie Sie mit dem Internet verbunden ist und
seinen Rechner für Internet-Telefonie eingerichtet hat, steht der
Sprach-Kommunikation während Sie surfen nicht mehr viel im Weg. Es ist dabei
gleichgültig, ob der Partner im selben Ort wohnt oder irgendwo in Übersee -
Telefonverkehr über das Internet ist überall gleich billig, weil nur die
Verbindungskosten mit dem Internet anfallen. Auch das Anrufen eines
Gesprächspartners der nur ein normales Telefon oder Handy hat, ist möglich. Dafür
fallen dann aber mit Ausnahmen Gebühren an, die meist von einem elektronischen
Guthaben abgezogen werden.
Technisches: Bei konventioneller Telefonie steht eine Leitung immer
nur einem telefonischen Dienst wie z. B. Sprach- oder Faxübertragung etc. zur
Verfügung. Die Kommunikation erfolgt leitungsvermittelt. Anders bei der
Internet-Telefonie VoIP (voice over internet protocol) zu deutsch Sprache über IP-Protokoll. Hierbei teilen sich Sprache und Daten die
Verbindung. Die zur Verfügung stehende Kapazität wird nach Bedarf aufgeteilt.
Wird Sprache über ein IP-Netzwerk übertragen, so hat diese Priorität vor den
Datenpaketen. Die Daten werden nur dann übertragen, wenn noch genügend
Bandbreite (Platz) für eine qualitativ gute Telefonverbindung vorhanden ist,
ansonsten werden sie kurzfristig geparkt. Selbst bei einer Modem-Verbindung mit
56Kilobit/sec reicht die Bandbreite, um gleichzeitig zwei Telefonate über
dasselbe Modem, mit geringerer Sprachqualität, zu führen. Der Webseitenaufbau oder parallel laufende andere
Datenübertragungen verlangsamen sich allerdings.
Beachten Sie bitte: Telefonieren über das Internet parallel zum Surfen
kostet keine extra Gebühren. Bei einem Internet Call-by-Call Tarif (Abrechnung je
Minute) oder monatlichem Zeittarif (20, 50, 100 Stunden) fällt nicht mehr
als die Verbindungszeit mit dem Internet an. Auch bei einer Flatrate mit
unbegrenztem Transfervolumen entstehen neben der Monatsgebühr keine weiteren
Kosten.
Bei einem monatlichen Volumen-Tarif (500 Megabyte, 1 Gigabyte, 2GB,
...) bei dem Datentransfer über das vertraglich hinausgehende Kontingent meist
je Megabyte mit etwa 1,3 ct extra berechnet wird, oder bei einem Zeittarif meist
ca. 1,3 ct pro Minute ist das Transfervolumen oder die Zeit natürlich zu
berücksichtigen.
Wie groß ist das Datenvolumen von Telefongesprächen über das Internet?
Sehr oft tritt die Frage auf, reicht mir mein DSL-Volumentarif mit 2GB oder
brauche ich mehr? Ein 15-minütiges IP-Telefonat beim voreingestellten
G.729-Protokoll verbraucht etwa 4.27 MB. Sie könnten also im Monat etwa 80
Stunden IP-Telefonate führen, dabei 1.36 GB verbrauchen und hätten nebenher noch
fast 700 Megabyte Datentransfer für Downloads und Webseiten zur Verfügung.
Für die meisten Anwender, die keine umfangreichen Downloads (Musik und so)
betreiben, reicht eine Volumen-Flatrate mit 2GB immer - oder 1GB bei
entsprechend weniger Telefonie. Videotelefonie hingegen erfordert ein deulich
höheres Datenvolumen.
Haben Sie bis hierhin gelesen, sind Sie vermutlich interessiert, das Ganze
zumindest einmal auszuprobieren. Es gibt verschiedene Programme für Internettelefonie, zwei davon wollen wir hier näher vorstellen -
Einstieg und Auswahl zum Download
hier für den
Microsoft Messenger und für Skype als
Freeware immer in der aktuellsten Version als Download erhältlich unter
www.skype.com/download.html .
Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen den beiden Programmen liegt in deren
Funktionsumfang und der Art, wie sie mit der Soundhardware umgehen. Je nach
verbauten Komponenten bringt das eine oder andere der beiden an Ihrem Rechner
bessere Ergebnisse. Beiden gemeinsam ist, dass Sie sich kostenlos dafür unter Angabe
eines Nick-Namens (Alias) und einer gültigen e-Mail Adresse registrieren um die Funktion des Programms zu gewährleisten. Der Nickname und Ihr
Status (On- oder Offline) wird Ihren Kontakten gezeigt, genau so wie auch Sie im
Statusfenster des Programms sehen können, welcher Ihrer Kontakte zur Zeit
online, also gesprächsfähig ist
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